Ich bin Katrin Wenger und beschäftige mich seit Jahrzehnten mit Hunden. Bevor daraus irgendwann auch beruflich ein wichtiger Teil meines Lebens wurde, war ich Fotografin und führte viele Jahre mein eigenes Fotostudio in Zürich. Hunde waren in dieser Zeit immer an meiner Seite. Ich besuchte Hundeschulen, bildete mich weiter und begann später auch selbst, Kurse zu geben.
Als ich die Fotografie aufgab, hatte ich deshalb ziemlich schnell eine Idee, was danach kommen sollte. Mich interessierte schon lange nicht nur, wie man einen Hund erzieht, sondern was eigentlich alles in ihm steckt, wenn man ihn denken und ausprobieren lässt.
2013 entstand daraus die Hunde-Plausch-Uni in Zürich.
Hier geht es nicht um klassische Grunderziehung und auch nicht darum, dass ein Hund möglichst perfekt funktioniert. Mich interessiert die andere Seite des Zusammenlebens: gemeinsam etwas lernen, Aufgaben lösen, Dinge ausprobieren und dabei entdecken, welche Fähigkeiten ein Hund mitbringt.
Dafür arbeite ich unter anderem mit Clickertraining, Trickdogging, Intelligenzspielen und alltagstauglichen Beschäftigungsideen. Eine Aufgabe wird in kleine, verständliche Schritte zerlegt und nach und nach aufgebaut. Der Hund darf ausprobieren und herausfinden, was von ihm erwartet wird. Jeder Schritt in die richtige Richtung zählt.
Meine Rauhaardackel-Hündin Gisi war dafür ein wunderbares Beispiel. Sie konnte Gegenstände anhand ihrer Namen unterscheiden, Dinge einsammeln und verschiedene Behälter öffnen. Irgendwann lernte sie sogar, Socken aus der Waschmaschine zu holen, eine kleine Treppe hinaufzutragen und aufzuhängen. Das klingt zunächst nach einem lustigen Kunststück — dahinter stecken aber Konzentration, Kommunikation und viele einzelne Lernschritte.
Genau diese Art der Beschäftigung fasziniert mich bis heute. Ein Hund muss nicht zwanzig Tricks beherrschen. Viel wichtiger finde ich, dass Mensch und Hund Freude daran entwickeln, miteinander zu arbeiten. Dabei lernt man seinen Hund häufig noch einmal ganz anders kennen.
Deshalb trainieren wir in der Hunde-Plausch-Uni bewusst in kleinen Gruppen. So kann ich auf jedes Mensch-Hund-Team eingehen und die Übungen an den jeweiligen Lernstand anpassen. Gleichzeitig gibt es Pausen, Zeit zum Beobachten und die Möglichkeit, auch voneinander zu lernen.
Meine Beschäftigung mit Hunden endet allerdings nicht an der Tür der Hunde-Plausch-Uni. Ich bin im Hundesport aktiv, engagiere mich bei Prevent a Bite für die Hundebissprävention und den sicheren Umgang von Kindern mit Hunden, bin im Hundezirkus aktiv und beschäftige mich mit Mantrailing.
Nach all den Jahren finde ich Hunde deshalb nicht weniger spannend als früher. Eher im Gegenteil. Denn jeder bringt etwas anderes mit und jeder zwingt mich dazu, wieder genau hinzuschauen.
Vielleicht passt der Name Hunde-Plausch-Uni deshalb auch nach all den Jahren noch ziemlich gut.
Denn auslernen tun bei mir weder die Hunde noch die Menschen.